Hallo, ich heiße Manchita,

am 28. Mai bin ich aus Spanien mit dem Flugzeug nach Frankfurt gekommen. Ich war ziemlich ängstlich, wußte ich doch nicht, was mich erwartet. Mit einer Freundin von mir, Zorra, saß ich in einer Box und beschnupperte erstmal die Hände meines neuen Frauchens. Die deutsche Sprache war mir auch fremd, aber ich bin ein kluger Hund (sagt wenigstens immer mein Frauchen) und habe schnell gelernt. Ich höre schon auf ?Komm? und ?Sitz?, aber meistens nur, wenn ich dann auch ein Leckerli bekomme.
Es war ganz schön anstrengend für mein Frauchen, herauszufinden, was ich wirklich mag. Denn die ?normalen? Hundeleckerlis fresse ich nicht! Die sind mir zu hart. Bei mir muss immer alles matschig und weich sein, ansonsten lasse ich mich nicht bestechen.

Der erste Tag war ganz schön schlimm für mich. Ich habe mich gleich unter den Schreibtisch gelegt, damit bloß nichts unvorhergesehenes passiert. Mein Frauchen hat mich auch gar nicht beachtet, so konnte ich ein bißchen zur Ruhe kommen. Gemeinerweise wurde eine Schüssel mit leckerem Essen außerhalb meiner Reichweite gestellt. Die Kartoffeln haben so toll geduftet ...
irgendwann habe ich mich dann aus meinem Mauseloch hervorgetraut und fast den ganzen Topf leer gefressen. Mmhh war das lecker. Dabei habe ich gemerkt, dass mir nichts passiert, wenn ich unter dem Schreibtisch hervorkomme und so habe ich meinen Erkundigungsgang begonnen. Anfangs das untere Stockwerk, dann wurde ich dreister und bin die Treppe hoch. Da saß dann die ganze Familie und hat auf mich gewartet. Mein Frauchen saß auf dem Boden, da bin ich gleich mal hin und habe mich kraulen lassen. Seitdem ist das Eis gebrochen.

Ich habe immer noch ein wenig Angst vor Männern, vor allem vor großen und vor ganz lauten Geräuschen, vor allem wenn ein Motorrad mit unglaublicher Geschwindigkeit an mir vorbeisaust. Abends, wenn es dunkel ist, gehe ich auch nicht so gerne raus, da kann ich nämlich nicht so viel erkennen. Aber mein Frauchen meint, das es mit der Zeit schon noch besser wird. Das sagt sie auch, wenn ich ihr mal in die Wohnung pinkel. Sie geht jetzt alle drei bis vier Stunden mit mir vor die Tür und seit gestern (8.6.) habe ich nicht mehr in die Wohnung gemacht! Ich habe auch immer ein Leckerli bekommen, wenn ich draußen mein Geschäft verrichtet habe, das lohnt sich also für mich, wenn ich warte, bis ich draußen bin!

Beim Tierarzt war ich auch schon. Ich hatte nämlich schlimmen Durchfall und gebrochen habe ich auch. Außerdem war ich so kaltes Wetter nicht gewohnt und habe Schnupfen bekommen. Aber das ist jetzt auch besser und der Tierarzt war auch wirklich nett, die Leckerlis wollte ich aber nicht von ihm ...
Wasser gefällt mir auch ganz gut. Ich wurde schon gebadet und stand ganz lieb und brav in der Wanne und habe alles über mich ergehen lassen. Danach bin ich wie wild durch die Wohnung gewetzt, damit der ?Fahrtwind? mich trocknet, Frauchen natürlich hinterher, sie war ganz erschöpft, als sie mich endlich hatte.
Mein Frauchen ist total glücklich, dass sie mich hat. Sie weiß gar nicht mehr (und will es auch gar nicht mehr wissen), wie es ohne mich war. Ich bin auch ganz zufrieden mit ihr. Sie geht oft mit mir spazieren und wird es nicht müde mich zu kraulen. An ihren Freund habe ich mich auch schon gewöhnt, obwohl ich ja Männer nicht so gerne mag und mit ihrem Bruder komme ich auch gut aus. Die Mutter meines Frauchens mag mich auch sehr gerne und geht auch sehr oft mit mir Gassi. Da bekomme ich ab und zu mal ein Wiener Würstchen, dass darf aber mein Frauchen nicht wissen!

Irgendwann werden auch noch Fotos von mir geschickt, damit ihr seht, wie gut es mir geht. Vielleicht sind ja meine neuen Hundefreunde auch mit drauf. Hier in der Gegend wohnen nämlich ganz viele Hunde, mit denen ich immer spiele.

Lieber Verein "Tiere in Spanien": Vielen Dank für alles,

eure Manchita