Lupo in seinem neuen Zuhause...

Nach nunmehr 1,5 Jahren Wohngemeinschaft mit Lumpi, wie er heute liebevoll genannt wird, möchte ich euch unsere abenteuerliche Geschichte erzählen. Wie ich auf den Hund gekommen bin...

Eigentlich wollte ich nie einen Hund haben, war immer der Katzenmensch, wie man so schön sagt. Im Dezember 2004 begrüßte mich allerdings der süßeste Hund, den ich bis dato gesehen habe, aus Ankes Auto heraus. Anke war die Pflegemama in Rosbach und sie hatte Lupo im Auto dabei. Dieser kleine Hund ging mir nicht mehr aus dem Kopf und recht bald hatte sich eine fixe Idee festgesetzt: ich will den Hund haben.
Naja, wer Tiere hat, weiß, dass das alles nicht so einfach ist. Grundsätzlich standen drei große Probleme vor mir: meine Vermieterin, mein Chef und meine Katze.
Meine Vermieterin stimmte der Hundehaltung spontan zu, mein Chef erlaubte mir den Hund mit zur Arbeit zu nehmen (der Kleine kann ja schließlich nicht den ganzen Tag alleine zuhause sitzen) und meine Katze war zwar anfangs genervt, aber entgegen jeglicher Erwartung, nicht wirklich schockiert bei einem Test-Hundebesuch.
Als diese drei großen Hürden genommen waren, durfte ich endlich Lupo in meiner kleinen Tierfamilie willkommen heißen und zwar genau an Heiligabend 2004. Und dann erst begann unser Abenteuer...

Ich war bei Freunden eingeladen und natürlich konnte Lupo nicht fehlen – wer lässt auch schon ein neues Familienmitglied an Heilig Abend alleine. Nach ca. 2 Stunden Hundebesitzerdasein nahm der bis dahin harmonische Abend gegen 19.00 Uhr eine schlimme Wendung: Lupo lief weg. Erst türmte er durch die offene Haustür nach draußen in den Vorgarten und dann fand er auch noch das einzige Loch im Zaun und war weg. Natürlich waren alle sofort auf den Beinen und der Hund wurde gerufen, gesucht, immer mal wieder gesichtet aber er war einfach nicht zu greifen.
Schließlich rief ich Anke an, in der Hoffnung, dass er auf ihre Stimme reagieren und zurück kommen würde. Aber auch das blieb ein Fehlversuch. Wir alle suchten bis spät in die Nacht, aber Lupo blieb verschwunden. Wie vom Erdboden verschluckt.
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie elend ich mich gefühlt habe: der kleine Hund alleine draußen. Es war kalt, dunkel und er tat mir so unglaublich leid!

Die nächsten zwei Tage verbrachten so viele liebe Menschen mit „Hund suchen“ – ich glaube, halb Rosbach war auf den Beinen. Permanent fuhr irgendwer irgendwohin, Handzettel wurden gedruckt und in den Nachbarortschaften verteilt. Kurz: es wurde gesucht, gesucht, gesucht. Leider ohne Erfolg.

Zu guter letzt meldete ich Samstag Abend Lupo noch bei Tasso als vermisst, musste ihn aber erst noch schnell registrieren lassen. Toll, dass solche Organisationen auch an Feiertagen rund um die Uhr für einen hilflosen Hundebesitzer da sind!
Montag Mittag kam dann endlich der erlösende Anruf von Tasso: „Wir haben wahrscheinlich Ihren Hund gefunden...“ Ich telefonierte dann mit der Finderin und durfte abends vorbei kommen. Ihr werdet es nicht glauben, aber da saß dann tatsächlich mein Lupo!

Wie sich heraus stellte ist der kleine Hund bereits Samstag Mittag von ihr vor einer Gaststätte (wie es sich für einen ordentlichen spanischen Straßenhund gehört) aufgegriffen worden, d.h. Lupo ist in rund 20 Stunden ca. 10 km durch den Vordertaunus gelaufen – quasi einmal über den Berg. Ich war so froh meinen Lupo wieder zu haben, der seitdem Lumpi heißt (weil er eben gleich lumpen war).

    

Mittlerweile haut er definitiv nicht mehr ab, liegt mit meiner Katze Cleo in Eintracht auf dem Sofa, liebt die Ausritte im Wald und genießt sein Hundedasein. Nach diesem turbulenten Start sind wir zwei uns doch einig geworden und ich muss euch sagen: dankbarer und liebenswürdiger kann kein Hund auf dieser Welt sein! Ich bin froh, dass Lumpi bei mir ist und dass ich ihm ein schönes Zuhause bieten kann.