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Hallo liebes TiS-Team und besonders auch Monica, bei der Lis bis zur Adoption an uns unterbracht war! Wie Petra Wolk bestimmt schon intern erzählt hat, wollte Lisi gar nicht aus ihrer Flugbox heraus, aber mein Mann kniete sich geduldig vor die Box und plötzlich machte Lis einen Satz auf seine Knie und schlang ihm förmlich ihre langen Beinchen um den Hals. Sanna, die wir im November 2004 adoptiert haben stand staunend daneben. Bereitwillig lies Lisi sich dann sogar zum Auto führen und nahm auch anstandslos auf dem Rücksitz neben Sanna Platz. Da Lisi noch ziemlich unter Schock stand und Sanna vor Müdigkeit kaum noch aus den Augen gucken konnte - es war inzwischen Mitternacht - herrschte absolute Ruhe auf den hinteren Plätzen. Auf dem nächsten einigermaßen ruhigen Autobahnparkplatz haben wir die beiden Hunde dann nochmal rausgelassen, gefüttert und getränkt. Dann ging es von Berlin nach Hamburg, mit zwei weiteren kleinen Pausen zum Pipimachen und zum Rauchen. Morgens um 4.00 Uhr waren wir dann endlich zu Hause, in der Nähe von Lüneburg, die Vögel zwitscherten schon. Um Lisi das Eingewöhnen ein wenig zu erleichtern, hatten wir beschlossen mit beiden Hunden im Wohnzimmer auf unserer Wohnlandschaft zu übernachten. Sanna schleppte sich mit letzter Kraft auf Ihren Stammplatz am Fußende und Lisi sprang mit einem mutigen Satz direkt zwischen unsere Kopfkissen, wo sie auf dem Rücken liegend mit einer steil in die Luft gestreckten Pfote, die Schnauze unter den Hals meines Mannes geklemmt, sofort tief und fest einschlief. Leider war die Nachtruhe nach 5 Stunden schon wieder vorbei, weil Lisi und Sanna anfingen sich näher zu beschnuppern. An diesem ersten Tag war Sanna ziemlich konsterniert, denn immer wenn sie Lisi zu nahe kam, fletschte diese ihre kleinen Mäusezähne und stieß furchterregende Geräusche aus. Sanna schaute ziemlich ratlos drein, lies aber nicht locker und brachte Lisi ihren Ball. Lisi schnappte sich diesen dann auch sofort und brachte ihn in Sicherheit. Sie hockte quasi auf dem Ball wie eine Henne auf dem Ei und wehe Sanna kam näher als einen Meter heran, dann zog sie wieder die "Ich bin eine wilde Löwin Nummer" ab. Nach einer Weile hockte Lis dann noch auf einem Stück Ast, dass wir ihr zum Kauen gegeben hatten und zwei weiteren Ästen, die sie Sanna blitzschnell abgejagt hatte und hütete auch diese Schätze wie ihren Augapfel. Sie versuchte auch Sanna zu vertreiben, wenn diese zu meinem Mann oder mir kam, um ebenfalls gestreichelt zu werden, aber da war mein Mann sehr konsequent und hat Lisi im Nacken gepackt und geschimpft. Das hat sie schnell kapiert: Beim Schmusen hat Waffenstillstand zu herrschen und auch beim Fressen! Das hört sich jetzt vielleicht nicht nach einem Happy End an und der erste Tag war auch echt anstrengend, aber jetzt, nach einer guten Woche, haben sich die Wogen geglättet. Nach den ersten drei gemeinsamen Nächten im Wohnzimmer, schlafen wir jetzt wieder (allein) in unserem Bett, Sanna auf ihrem Polster vor dem Kopfende unter dem Konsolen- tisch und Lisi vor dem Fussende, auf ihrem eigenen Polster. Aber, was soll ich sagen, wir haben die Beiden auch morgens schon eng zusammengekuschelt auf Sannas Lager vorgefunden und die anfängliche Streiterei hat sich in ganz normales Welpen-/Junghundgebalge gewandelt. Und wenn sich unserem Grundstück ein vermeintlicher Eindringling nähert sind sie sich sowieso einig, dann ist jedes Gerangel um Bällchen oder Stöckchen vergessen und beide flitzen gemeinsam zum Zaun. Wenn der Eindringlich erfolgreich verbellt wurde, werden Bällchen und Stöckchen neu gemischt und das Spiel "Ich klau dir dein Stöckchen" geht von vorne los. Trotz der Balge- und Rennerei hat Lisi schon 500 gr zugenommen. Bei 12 kg Ausgangsgewicht ist das doch ganz ordentlich, und Bekanntschaft mit unserer Tierärztin hat sie ungeplanterweise auch schon gemacht. Am Samstag hat mein Mann nämlich bemerkt, dass Lisi plötzlich humpelte. Besorgter Hundepapa, wie er einer ist, hat er Lisi gleich ins Auto verfrachtet und ist mit ihr zur Tierärztin gefahren. Dort war dann vom Humpeln keine Spur mehr. Sie konnte sogar wieder ihre zirkusreife Nummer "Ich kann freihändig auf den Hinterbeinen stehen" vorführen. Allerdings hat die Tierärztin festgestellt, dass Lisis hintere rechte Kniescheibe locker ist und verrutschen kann. Sie meinte jedoch dass es durchaus möglich ist, dass sich das bei gutem fleischreichen Futter in Ihrem Alter noch festigen kann, sonst muss sie irgendwann operiert werden. Ab Montag gibt es also nur noch vom Feinsten! Heute sind wir mal
ganz mutig gewesen und haben beschlossen in einem Cafe mit Gartenplätzen
zu frühstücken. Es hat ganz wunderbar geklappt mit Lisi und Sanna
unter dem Tisch. Sogar als ein kleiner Rüde vorbeikam und den Beiden
hallo sagte, blieben Tisch und Stühle an Ihren Platz und gebellt wurde
auch nicht. Wir dürfen da jederzeit wieder hinkommen :-) Lisi fühlt sich hier sichtlich wohl. Sie liebt beim Kuscheln den Ganzkörperkontakt, ganz im Gegensatz zu Sanna, die Streicheleinheiten beim Einschlafen nerven. Und da Sanna und Lisi sich zwischen ihren Balgereien auch immer wieder friedliche und einträchtige Ruhepausen gönnen, in denen sie auf dem Sofa oder auf dem Rasen beieinander liegen und sich belecken oder an den Ohren knabbern, scheint die Beiden auch schon so etwas wie geschwisterliche Liebe zu verbinden. Ach ja, bevor ich es vergesse! Lisi ist nicht nur stubenrein, sie gibt sogar sehr deutlich zu verstehen wenn sie raus muss, indem sie mit der Pfote an der Tür kratzt. (Sanna schaut bestenfalls die Tür an und wenn es keiner mitbekommt, dann legt sie sich eben wieder aufs Sofa und wartet bis Klaus rausgeht um eine zu Rauchen.) Lisi kann, wie bereits erwähnt, freihändig auf den Hinterbeinen stehen und kommt so super überall an. Das müssen wir ihr aber leider abgewöhnen, auch wenn es witzig aussieht bei ihren langen Beinen. Und Lisi scheint Deutsch zu verstehen. Jedenfalls versteht sie "Sitz" und "Komm" (wenn sie Lust hat). Wir haben uns schon gefragt, ob Monica mit ihren Hunden Deutsch übt, damit sie sich in ihren neuen Familien besser zurechtfinden? Jedenfalls gehört Lisi jetzt zu unserem Rudel und wir geben sie auch nicht wieder her. (Zur besseren Untersheidung trägt Lisi ein blaues Halsband) Liebe Grüße Klaus und Maren Sanna & Lisi |