Hallo, ich bins, Arturo, ein  feiner englischer Setter ! Ich habe bis vor Kurzem noch im spanischen Tierheim gelebt. Dort hieß ich „Sultan“, aber meine neuen Leute fanden, „Arturo“ passt besser zu mir. Seit 3 Wochen bin ich nun in Deutschland – ist gar nicht schlecht hier J. Marcus, mein neues Herrchen, hat mich im Internet gefunden und Anja, mein neues Frauchen, hat sofort gesagt : „Den will ich !“ - Glück gehabt - denn außer den Beiden hat nie jemand nach mir gefragt und ich war ja schon ein halbes Jahr in Tierheim ... Vielleicht liegt es daran, dass ich Leishmaniose habe, aber davon merkt man nichts. Anja und Marcus haben sich trotzdem für mich entschieden, ist ja auch kein Problem, wenn man Bescheid weiß. Die Antje in Spanien hat sich gut um mich gekümmert, ist der Leishmaniose schnell auf die Schliche gekommen und hat mir sofort geholfen. Nur eine kleine Tablette täglich und alles ist in Ordnung.

   

Abends ging es dann los nach Deutschland. War mir ja nicht so ganz geheuer, als Simone und ihr Freund Patrick mich zusammen mit einigen anderen „Mitbewohnern“ aus Spanien in den Transporter „verfrachtet“ haben … Da wusste ich ja noch nicht, dass mich am nächsten Mittag mein neues Frauchen und Herrchen bei Trier in Empfang nehmen würden ! Bei der Ankunft gab es einen großen Tumult, da wir alle gleichzeitig aus den Transportboxen raus wollten. Dann ging es ab in Richtung neue Heimat. Mein neues Leben in den ersten Tagen war ganz schön aufregend ! Komische Sachen gibt es in Frauchen´s Wohnung : Türen, durch die man zwar gucken, aber nicht gehen kann und diese komische Begebenheit im Flur, wo ein Hund in der Wand ist, der sich genauso bewegt und so aussieht wie ich, aber wenn ich an ihm schnuppere, rieche ich ihn gar nicht - wirklich komisch, muss mich noch an den Kerl gewöhnen. Im Tierheim gibt´s doch keine Glastüren und Spiegel, Frauchen !

Mein neuer Kumpel Renoir, ein Bretone, der schon seit 10 Jahren bei Frauchen lebt, ist da schon eher zu gebrauchen, über den freue ich mich richtig - wenn ich nicht ganz so ungestüm bin, er sich auch über mich. Nur manchmal schaut er mich ganz ungläubig an, wenn ich an diesem Kasten rieche, von dem meine Leute sagen es sei ein Fernseher. Renoir´s Blick ist dann eher mitleidig, verstehe ich gar nicht : da leben doch noch andere Tiere drin, Hunde, Katzen, Vögel ja und auch noch solche von der Rasse meiner Leute.

  

Ist schon richtig schön hier in meinem „Wohn-Zwinger“.  Reichlich Sonnenbaden kann ich auf der Terrasse auch. Weiß gar nicht, was die immer meinen mit „nicht so warm wie in Spanien“ ?!

Wir unternehmen auch sehr viel zusammen J.  Am liebsten gehe ich mit Renoir an der Ruhr „flitzen“, ohne diese lästige Leine macht das auch viel mehr Spaß – keine Straße weit und breit, nur Wiesen und Wasser - und nur für uns Vierbeiner. Das macht richtig Laune und ENTEN gibt es da auch … Das sind alles meine ! Schade nur, dass sie das nicht auch so sehen. Nicht eine will auf mich warten... Warum können die denn auch fliegen und schwimmen … Egal, das kann ich auch ! Na ja, erst mal konnte ich mich nur einigermaßen über Wasser halten .. Herrchen und Frauchen dachten schon, dass sie hinterher springen müssten. Aber wenn einer eine Chance hat, die Enten zu kriegen, dann ja wohl ich !!!

  

Wenn es keine Enten zu jagen gibt, tun es aber auch Tennisbälle, Stofftiere oder meine Decke - die pack ich mir dann und schlackere sie hin und her. Wenn sie dann schlaff am Boden liegen bleibt, weiß ich, dass ich es ihr richtig gezeigt habe - ich bin doch ein richtiger Jagdhund ! Warum mich keiner haben wollte, wissen meine Leute auch nicht. Ich kann auch ganz toll kuscheln ! Herrchen und Frauchen sind toll – die werden ständig mit meinen Schmuse-Attacken „belohnt“! So richtig zufrieden bin ich aber erst, wenn alle da sind. Mit Renoir liege ich am Liebsten auf unserer Decke vor dem Sofa. Eine kleine „Macke“ habe ich natürlich auch (gehört doch bei einem guten Hund dazu, oder ?) : Auch wenn ich tief und fest schlafe, registriere ich sofort, wenn sich einer der beiden auch nur ansatzweise bewegt und bin sofort da, auch wenn Frauchen nur zum Kühlschrank geht. Da muß ich doch sofort hinterher – wer weiß, ob sie noch mal wiederkommt ?! Herrchen meint, ich hätte wohl einen „integrierten Bewegungsmelder“! Auf meinen  Namen höre ich inzwischen auch sehr gut und „Sitz“ und auf dem Feld herkommen kann ich auch schon ! Ich habe Frauchen so erzogen, dass sie mir jedes Mal ein Leckerchen gibt, wenn ich mich setze – hat etwas gedauert, aber inzwischen begreift sie es! „Platz“ steht diese Woche auf ihrem Trainingsplan.

Ich möchte mich ganz herzlich bei Euch bedanken ! Bei der Simone und dem Patrick, die mich von Spanien nach Deutschland gebracht haben, bei Frau Perlwitz, die mich so gut in Spanien betreut hat,  Frau Huhn, die für meine Vermittlung die Kontaktperson war und bei allen anderen Helfern. Ich hoffe, andere Hunde haben auch so viel Glück wie ich. Ob ich noch mal zurück ins Tierheim möchte ? –Nein, wirklich nicht ! Geht auch gar nicht, weil Frauchen und Herrchen sagen, dass sie mich nicht mehr hergeben ! War das ´ne Drohung, oder haben die Beiden mich etwa gerne?!

So, ich muss jetzt Schluss machen, es ist Zeit für „Schlappi“ !  Bis bald, Euer Arturo.