Es ist mir unbegreiflich, wie ein solch liebes Wesen ausgesetzt werden konnte. Das gilt natürlich auch für all die anderen Hunde, aber hier spreche ich jetzt speziell von Laszlo, dem wir ein schönes Heim bieten werden.

Wir waren stark überrascht von ihm, denn

a) er geht hervorragend an der Leine,
b) er spielte sofort mit einem Spielzeug, wenn man es wegwirft bringt er es sofort wieder,
c) er läuft zur Tür, wenn er mal muß außer der Reihe, denn selbstverständlich sind wir gestern abend noch mit ihm zwei Runden gegangen, einmal direkt nach Ankunft und einmal spätabends und heute morgen auch wieder,
d) er bettelt nicht am Tisch, wie unsere beiden "Rüpel" *smile*,
e) er hört perfekt auf die spanischen Worte,
f) er muß ein Körbchen kennen, denn er ist sofort in seines gegangen und hat sich auf die dort befindliche Decke gelegt.

Alles in allem ein absolut liebenswertes und charmantes Kerlchen, den wir nie mehr missen möchten.

Für Ihre Arbeit möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken; wir werden auf Tiere in Spanien aufmerksam machen und hoffen, daß das auch etwas dazu tut, daß diese liebenswerten Tiere hier in Deutschland ein Zuhause finden. Ohne Sie, Ihre Arbeit und natürlich Frau Perlwitz in Barcelona hätten wir Laszlo niemals gefunden, ein Hund, der hervorragend sowohl zu uns wie auch zu unserer Hunde-Rasselbande paßt.

Nochmals vielen herzlichen Dank.
Lazslo – Here I am - Bericht vom Sept. 2004

Nun endlich ein paar ganz aktuelle Fotos von Laszlo und ein wenig darüber, wie sich das Zusammenleben mit ihm bislang gestaltet hat.

Oft habe ich mich hingesetzt, ihn einfach beobachtet und viel geweint, weil ich nicht verstehen konnte, was mit diesem Hund passiert ist.

Zum Einen muß Laszlo eine sehr gute Erziehung genossen haben, denn er hört auf die spanischen Kommandos wie zum Beispiel „Sientate“ ganz hervorragend. Spielzeug ist ihm keineswegs fremd und an der Leine ging er von vorneherein vorbildlich.

Aber – er hatte einen Selbstbestrafungsmodus, d. h. immer, wenn er gedacht hat, daß er etwas falsch machte, fraß er Gras und übergab sich dann, vergleichbar mit der Bulimie beim Menschen. Zunächst mag man denken „cleveres Kerlchen, er will den Magen reinigen“, ganz so, wie die Katzen das auch machen. Bei weiterer Beobachtung stellten wir aber fest, daß Laszlo das immer dann machte, wenn er Angst hatte, bestraft zu werden. Ein Beispiel: Laszlo geht gerne schwimmen, auch in unserem Teich und das darf er natürlich auch. Als ich das sah sagte ich, wie jeder andere wohl auch gesagt hätte: „Was machst du denn da?“ Das reichte schon, damit Laszlo sich selbst unmittelbar wieder bestrafte.

Es hat viel Zeit und Geduld gebraucht, um Laszlo verständlich zu machen, daß er hier fast alles darf. Grenzen gibt es natürlich auch und die müssen auch sein.

Das Herz wurde mir auch schwer, als ich sah, wie Laszlo zum Mülleimer ging und versuchte, sich dort Essen zu beschaffen. Beim Essen haben wir hier eine Hierarchie – erst der Große, dann der Kleine und dann Laszlo – ich möchte hier nichts durcheinander bringen. Laszlo sah sehr wohl, daß Rowdy Futter bekommt und vermutlich dachte er, daß er nichts abbekommt und ging zum Mülleimer, versuchte diesen zu öffnen. Das tat mir in der Seele weh. Heute weiß er, daß er einfach ein wenig warten muß, bis sein Fressen vor ihm steht.

Eins haben wir ihm allerdings noch nicht abgewöhnen können: Wenn er unbeaufsichtigt in der Küche ist, ist er schneller auf dem Küchentisch (über die Essbank) als wir gucken können.

Als er zu uns kam hatte er leichte Leberprobleme, an denen Tiere in Spanien natürlich überhaupt keine Schuld trägt. Die Schuld ist einzig und allein beim Vorbesitzer zu suchen, der diesen wundervollen Hund einfach ausgesetzt hat, und der nun gezwungen wurde, sich sein Essen selber zu beschaffen und somit natürlich keine reguläre Ernährung fand. Ich denke, wenn Tiere in Spanien ihn nicht gefunden hätte, und durch das Futter schon auf diese Probleme eingewirkt hat, hätte Laszlo mit der Zeit sicherlich starke Schmerzen verspürt.

Kummer hat uns dann auch das von ihm immer wieder beim Anlaufen nachgezogene linke Hinterbein gemacht, was wir allerdings mittlerweile durch eine ausgewogene Therapie (Laufen, Schwimmen) wieder in den Griff bekommen haben. Wir vermuten, daß Laszlo hier einmal sehr übel getreten worden ist. Unfassbar, was Menschen vermögen.....

Was kann man generell über Laszlo sagen?
Laszlo ist ein Hund, der sozial schon auf der Stufe steht, die dem Menschen gleicht. In der Verhaltenstherapie bei den zu therapierenden Tieren ist es oft das sog. Menschen-Syndrom, welches Tiere so durcheinander bringt, daß sie behandelt werden müssen. Viele Menschen vermenschlichen ihre Tiere, unbewusst, und können dann nicht verstehen, wieso ein Tier nicht wie ein Mensch reagiert, wieso es nicht direkt etwas versteht, ungeachtet der Tatsache, daß die Kommando-Verknüpfungen über mehrere Stufen erfolgen, d. h. das Kommando muß oft wiederholt werden, bis eine Verknüpfung im Gehirn des Tieres stattgefunden hat.

Bedauerlicherweise reagieren Menschen dann mit Unruhe, Nervosität und suchen in allem und jedem die Schuld, nur leider nicht bei sich selbst. Wir nehmen an, daß auch Laszlo diesem Phänomen zum Opfer gefallen ist. Er beobachtet mich von Anfang an und versucht dann meine Rolle zu übernehmen. Nicht untypisch für solche Hunde. Ein Beispiel: Unser Großer bellt oft und gerne und ich ermahne ihn immer wieder. Diese Rolle hat Laszlo übernommen, indem er sich, sobald Rowdy bellt, vor ihn stellt und ihn wiederum anbellt. Natürlich überlegt Laszlo nicht, daß jetzt zwei Hunde bellen. Personen, die ihren Hund vermenschlichen, würden das jetzt so nicht verstehen und schon gar nicht so sehen wollen.....

Natürlich war es nicht einfach, Laszlo in ein Zwei-Mann-Rudel zu integrieren (damit meine ich jetzt nicht uns, sondern unsere Hunde. In der Tat gab es Machtkämpfe zwischen dem Großen und Laszlo, wobei Laszlo immer derjenige war, der Rowdy herausgefordert hat, vermutlich, weil er auf der „Straße“ auch immer wieder gegen größere Hunde bestehen musste, um sein Überleben zu sichern.

Dienlich war dieses Aneinandergeraten dem Abstecken der Hierarchie und passiert ist, außer einer kleinen Prügelei rein gar nichts. Ansonsten sind sie wie Pat und Patachon, liegen immer beieinander, schmusen, der eine mag ohne den anderen gar nicht mehr sein. Und auch der Dritte im Bunde hat Laszlo mittlerweile, auch nach Abstecken der Grenzen, akzeptiert.

Laszlo hat allerdings auch Dackel-Manier, d. h. er möchte auch uns gegenüber mitunter recht dominant sein. Das geht natürlich nicht und seine Drohgebärden sind dann ein Zähnefletschen und ein Knurren, das sich mitunter wie ein hohes Geschrei anhört. Die wichtigste Basis ist hier das Vertrauen. Ich vertraue Laszlo, daß er mich niemals beißen würde, von Anfang an habe ich ihm vertraut, und dieses Vertrauen zahlt sich jetzt aus. Sein Zähnegefletsche und brummeln ist jetzt nur noch dann der Fall, wenn ich nicht möchte, daß der eine den anderen anbellt, ansonsten ist er sehr schmusig, kommt sofort zu mir, wenn ich mich irgendwo hinsetze und möchte einfach nur in den Arm genommen werden.

Wir nehmen an, daß die Vorbesitzer mit dieser „Dackel-Manier“ (Zähnefletschen, Knurren) nicht umgehen konnten und Angst bekamen.

Laszlo wartet im Flur immer bis alle zusammen hinausgehen und auch unterwegs sieht er sich immer um, ob jemand fehlt, ganz gleich ob Hund oder Mensch.

Laszlo liebt seine Menschen über alles, und hat glücklicherweise das Vertrauen nicht verloren. So geht er auch auf unsere Bekannten und Freunde sowie Familienangehörige sehr offen zu.

Laszlo schwimmt für sein Leben gern, vor allen Dingen im Teich. Er ist ein richtiger kleiner Filou. Wenn wir nicht hinsehen (er meint wir sehen nicht hin), gibt er seinem Bällchen einen Tritt, so daß dieses in den Teich fällt und dann muß man das ja wohl wieder herausholen. Also hat er einen Grund, schwimmen zu gehen.
Das haben wir uns natürlich für seine Therapie zunutze gemacht, denn Bewegungstherapie in gesundem Maße schadet nicht.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei Tiere in Spanien e.V. bedanken, dafür, daß Sie für diese lieben und wundervollen Seelen da sind, dafür, daß die Abwicklung und der Kontakt mit Ihnen sich so unproblematisch gestaltet, dafür, daß diesen Tieren eine neue Chance gegeben wird.

Wer jetzt noch zögert, aufgrund von Leishmaniose-Verwirrungen oder sonstigen Überlegungen, dem könnte ich nur immer wieder sagen, daß wir nicht eine Minute an etwaige Krankheits-Konsequenzen gedacht haben, sondern daran, wie und daß wir einer Tierseele ein neues Leben schenken. Und noch etwas liegt uns am Herzen: Probleme sind dazu da, um behoben zu werden, auch Probleme mit diesen spanischen Hunden. Man darf niemals vergessen, daß diese Tiere sehr, sehr viel mitgemacht haben und man sollte immer zunächst einmal aus der Perspektive des Tieres arbeiten, was Tiere in Spanien macht, leider manche Besitzer aber nicht.

In diesem Sinne.... - nochmals vielen, vielen Dank und herzliche Grüße aus Solingen!

laszlo1.jpg (28451 Byte)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

laszlo2.jpg (24591 Byte)

Neue Fotos von Laszlo nach einem Jahr in seinem neuen Zuhause